AdWords-Gigant Booking.com

2,8 Milliarden investiert Booking.com in Online Werbung pro Jahr

Darren Huston ist Chef des weltgrößten Reisekonzerns Priceline und bezeichnet in einem Interview mit der Wirtschaftswoche am 11. April 2016 sein Unternehmen als „Könige des Schlafens”. Er spricht über die Macht von Google, den Wettbewerb zu AIRBNB und HRS sowie mögliche Expansionspläne. Wir fanden den Bericht so interessant, dass wir ihn hier einmal zusammengefasst haben:

Löwenanteil der 2,8 Milliarden Dollar fließt in Google

Google selbst generierte mit seinen Google AdWords im Jahr 2015 geschätzte 60 Milliarden Dollar. Einer der weltweit größten Google Kunden ist Priceline mit seinen Online-Portalen, das Hotelportal Booking.com und die Flugsuchmaschine Kayak. Das Unternehmen investiert einen Großteil des 2,8 Milliarden Dollar Budgets für Onlinewerbung in Google AdWords. Statt jedoch eine gefährliche Abhängigkeit zu verspüren, bedankt sich Darren Hutson bei Google, da die Suchmaschine als eine wahnsinnige Marketing-Maschine für den Onlinebuchungsgiganten fungiert. Es wurde nie viel Werbung für die eigene Marke gemacht, nur für die Hotels der Portale.


Kraft der Marke wird wichtiger

Die Kraft der Marke wird im digitalen Markenaufbau durch die gezielte Markensuche bei Suchmaschinen berechnet. Durch semantische Beziehungen werden Wettbewerber diagnostiziert und miteinander verglichen.

Daher realisiert Booking.com auch außerhalb von Google und Co. klassische TV-Kampagnen. Somit werden auch bei den Longtailsuchen die Marken verwendet und spielen eine entscheidende Rolle z.B.:

Booking.com knackt sämtliche Rekorde


Schon jetzt stellt booking.com mit weltweit rund 880.000 Hotels im Angebot das größte Online Hotelportal dar. Durchschnittlich werden pro Arbeitstag 1.000 weitere und neue Hotels zu der Datenbank hinzugefügt. Es ist daher nur noch eine Frage der Zeit, wann die eine Millionen Grenze geknackt wird. Heute arbeiten für Priceline weltweit 15.500 Mitarbeiter. Der Konzern erwirtschaftete im Jahr 2015 laut Wikipedia knappe 10 Milliarden Dollar.


Privatunterkünfte sind die Zukunft


Aktuell werden weltweit die meisten Übernachtungen in Hotels noch durch Geschäftsreisende oder den Sektor von Urlaub und Tourismus abgedeckt. Der neue große Markt der Übernachtungen werde aber in der Zukunft die Vermietung von Privatunterkünften sein. Booking.com sieht hier einen deutlichen Anstieg der Buchungen, bei einem zeitgleich deutlich sinkendem durchschnittlichen Buchungsvolumen.

AIRBNB ist die neue Konkurrenz von booking.com

Booking.com konkurriert laut WIWO Bericht bereits jetzt schon sehr stark mit AIRBNB. Neben Iglus, Baumhäusern oder Hausbooten bietet Priceline in seinem Portfolio sieben Millionen buchbare Zimmer in Ferienunterkünften und anderen Übernachtungsmöglichkeiten auf seinen gesamten Plattformen an. Obwohl der Online Buchungsprozess genauso einfach ist wie bei AIRBNB und Gäste keine Gebühren zahlen müssen, ist laut Google Trends AIRBNB aktuell deutlich mehr angesagt als booking.com, wobei hier natürlich die Kaufkraft und Gewinnmarge eine deutlich andere ist.

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Online durch AdWords gewachsen und jetzt Firmenimperium durch Zukäufe?

Expedia – ein weiterer Konkurrent von Booking.com – hat vor kurzem Homeaway (betreibt z.B. das erfolgreichste Ferienwohnungsportal in Deutschland), aufgekauft. Doch hierin unterscheidet sich booking.com, denn anstatt den Markt durch Zukäufe konsolidieren zu wollen, diversifiziert booking.com z.B. durch Zukäufe, wie von der Flugsuchmaschine Kayak, sein Leistungsspektrum.

Ziel: Kunden besser ausschöpfen

Aktuell verdient Priceline ausschließlich an dem Buchungsprozess seiner Kunden. Um die Kunden aber auch bei Vorortveranstaltungen und Freizeiterlebnissen unterstützen zu können, wird aktuell ein Netzwerk aufgebaut und auch in deutsche Startups wie GetyourGuide, die Führungen und Eintrittskarten vermitteln, investiert. Das Ziel von Priceline ist es, kompletter Partner des Kunden außer Haus zu werden.